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SPURWERK NRW - WAS IST DAS?

Unter dem offiziellen Namen "Spurwerk NRW - Kooperation der Stadtbahnunternehmen" haben sich in Nordrhein- Westfalen neun Stadtbahnunternehmen zu einer Kooperation zusammengeschlossen mit dem Ziel, wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Bereits 2006 begann der Gedankenaustausch in verschiedenen Gesprächskreisen, im Jahr 2007 wurde unter Mitwirkung des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein- Westfalen eine konkrete Kooperation verabredet. Weitere Arbeitsgruppen wurden gebildet, die zu unterschiedlichen Themen gemeinsame Projekte bearbeiten, planen oder in ihre Möglichkeiten erörtern.

Die neun Stadtbahnunternehmen
Die neun Stadtbahnunternehmen setzten sich zusammen aus:
  • moBiel - Ein Unternehmen der Stadtwerke Bielefeld GmbH 
  • BOGESTRA - Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG
  • SWB - Stadtwerke Bonn GmbH
  • DSW 21 - Dortmunder Stadtwerke AG
  • Rheinbahn - Rheinische Bahngesellschaft AG
  • DVG - Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
  • EVAG - Essener Verkehrs-AG
  • KVB - Kölner Verkehrs-Betriebe AG
  • MVG - Mülheimer Verkehrsgesellschaft mbH
Ausgangssituation
Für alle Verkehrsunternehmen gelten die gleichen Rahmenbedingungen:
Bei steigenden Fahrgastzahlen gilt es, die Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu steigern. Neben anstehenden Reininvestitionen gilt es, einem Verlust an Know-how bei den Verkehrsunternehmen, in der Industrie oder bei Beratungsunternehmen entgegen zu wirken und im Nachwuchsbereich Spezialisten für technisch anspruchsvolle Aufgaben zu gewinnen.
Restrukturierungsmaßnahmen lassen dabei nur geringen Gestaltungsspielraum. Aus bestehenden Arbeitsgruppen heraus entstand der Wunsch, eine klare Organisationsstruktur für eine ständige Kooperation zu erarbeiten und umzusetzen mit dem Ziel, die Arbeitsgruppen zeitnah und ergebnisorientiert zu führen und eine fachliche und fachübergreifende Koordination der Aufgaben und Maßnahmen zu gewährleisten.
 
Ziel: Reduzierung von Aufwand und Kosten
Gegenstand der Beratungen sind Ersatzinvestitionen und Instandhaltung in den Bereichen Infrastruktur und Fahrzeuge.
Allgemeine Zielsetzungen sind ganz allgemein gesehen die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit bei der Beschaffung und Unterhaltung von Verkehrsanlagen.

Dazu zählen folgende Punkte:
  • Bündelung und Ergänzung von Know-how,
  • Reduzierung von Aufwendungen durch gemeinsame Bearbeitung von Aufgabenstellungen,
  • Abstimmung und Angleichung von Techniken (Standardisierung),
  • Fortschreibung und Anpassung von Richtlinien,
  • Beschaffungskontinuität,
  • Nutzung von kompatiblen Werkzeugen, z. B. Software,
  • Abstimmung in Genehmigungsfragen, z. B. Brandschutz,
  • Realisierung von Vorteilen durch Bündelung und Optimierung der Einkaufsleistungen,
  • Materialbewirtschaftung,
  • Personalentwicklung (Nachwuchsförderung insbesondere im technischen Bereich

Neben dem betrieblichen Nutzen profitieren auch unsere Kunden davon: Eingesetzte Technik und Fahrbetrieb werden zuverlässiger und preisgünstiger, was langfristig einen Beitrag zu einer moderaten Preisentwicklung bedeutet.

Struktur der Kooperation
Ein Steuerkreis aus leitenden Mitarbeitern der Unternehmen erarbeitet die Ansätze für mögliche Ziele, koordiniert die Maßnahmen der Arbeitsgruppen und sorgt zeitgerecht für die Einbindung von kaufmännischem, juristischem und personalwirtschaftlichem Fachwissen.

Diese sieben Arbeitsgruppen haben sich gebildet:
  • Fahrzeuge
  • Zugsicherung
  • Fahrtreppen
  • Funk/ Rechnergesteuertes Betriebssystem (RBL)
  • Brandschutz
  • kaufmännische, juristische und personalwirtschaftliche Fragestellungen
  • Fahrweg/ Oberbau
Projekte
Im Jahr 2009 wurden durch die gemeinsame Auschreibung der Verkehrsunternehmen aus Bochum, Bonn, Dortmund und Köln 86 Fahrtreppen bestellt. Dies ermöglichte eine Kostenreduzierung von 24 Prozent.
 
Einrichtung digitaler Funk- und Steuerungssysteme (ITCS): Für eine europaweite Ausschreibung kooperiert die Rheinbahn Düsseldorf mit den Verkehrsunternehmen in Essen, Duisburg und Mülheim, zusätzlich sind die Bahnen der Stadt Monheim (BSM) beteiligt. Die teilnehmenden Verkehrsbetriebe werden mit dem Projekt "Landesweiter Datenverbund ÖV in NRW" vernetzt.
 
Zurzeit in Bearbeitung sind Planungen für Instandhaltung und Einkäufe im Bereich Fahrweg/ Oberbau bzw. Gleisbau. Zwei Ausschreibungen sind in Vorbereitung, um notwendige Instandsetzungen nicht nur für ein, sondern für mehrere Unternehmen zu bestellen und durch die gemeinsame Bestellung Vorteile zu erzielen. Es handelt sich dabei um den Einkauf von bis zu 150 Schichten maschineller Gleisbettreinigung, die zu unterschiedlichen Teilen von den Verkehrsunternehmen in Köln, Düsseldorf und Bochum abgenommen werden. Auch die Ausschreibung für eine maschinelle Gleisstopfung in Düsseldorf, Duisburg, Bonn und Köln ist konkret in Vorbereitung.

Ausblick
Weitere Planungen gibt es für die Erarbeitung eines gemeinsamen Lastenheftes zur künftigen Beschaffung neuer Stadtbahnwagen, für Untersuchungen zur Einsparung von Energie, zu Vorstellungen für eine gemeinsame Aus- und Weiterbildung und für den Austausch gemeinsamer Leistungen.
 
Die Erfahrungen, die mit Lieferanten und Dienstleistern gemacht werden, kommen dabei allen Verkehrsunternehmen zu Gute. Eine nach einem Punktesystem vorgehende Lieferantenbewertung ermöglicht allen beteiligten Verkehrsunternehmen den Zugriff auf Referenzen und Qualitätskontrollen.
Vielversprechend sind auch die unterschiedlichen Ansätze, die das Thema "Energieeinsparung" bislang ergeben haben. Die Stadtbahnunternehmen geben jährlich jeweils zweistellige Millionenbeträge für den Einkauf elektrischer Energie aus. Die in alle Richtungen untersuchende Arbeitsgruppe war durch die Zusammenführung unterschiedlicher Erfahrungen und Teilergebnisse in den Verkehrsunternehmen in der Lage, Arbeitsfelder und Ziele zu definieren, zum Beispiel Analyse des Netzes, Fahrspieloptimierung, Energiemanagement bei abgestellten Fahrzeugen, Verbrauchsreduzierung und Möglichkeiten durch Veränderung der Netzspannung.
 
Erfolgreich verläuft auch die Kooperation bei der Überarbeitung von den Stadtbahnrichtlinien, die zum Teil mehr als 20 Jahre alt sind. Bauwerke, betriebstechnische Einrichtungen, Stellwerke, die Stromversorgung, Haltestellenausrüstung oder Brandschutz unterliegen deutschen oder europäischen Normen, beziehen sich auf Richtlinien und Ordnungen, die ganz unterschiedlich entstanden sind oder sich ständig weiterentwickeln. Bereits in der nächsten Zusammenkunft des Steuerungskreises werden neue Trassierungsrichtlinien vorgestellt, die den aktuellen Kenntnisstand für die Ausrichtung von Gleisen und Trassen wiedergeben. Eine ähnliche Zielsetzung wird für die Ausrüstung von Haltestellen formuliert werden: Solche Standardisierungen können bedeutsam sein für Zuschussgeber wie das Land NRW, um Projekte und Anmeldungen für eine Förderung vergleichen und bewerten zu können.

 

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Letzte Aktualisierung: 12.05.2010
30.7.2010

Spurwerk NRW
Pressemitteilung: