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BOGESTRA investiert in neue Bahnen für das Ruhrgebiet

Kategorie: Aktuelles, Presseinformationen, Top-News
(11.03.2015)

Wie berichtet wurde in der Nacht vom 27. auf den 28. Januar 2015 bei einer Werkstatt-Kontrolle ein Anriss in der Achse eines Einzelradfahrwerks (EEF) bei einer von insgesamt 42 NF6D-Straßenbahnen festgestellt. Nach einer Untersuchung des Schadens wurden in Abstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde unverzüglich verschiedene Maßnahmen ergriffen, um einen weiteren sicheren Betrieb dieser inzwischen 20 Jahre alten Fahrzeuge der BOGESTRA zu garantieren. So ist die Höchstgeschwindigkeit der NF6D-Fahrzeuge vorsorglich auf 30 km/h begrenzt worden und alle eingesetzten NF6D-Fahrzeuge werden - täglich - mittels Mehrfachmessung des betroffenen Bauteils auf Auffälligkeiten überprüft.

Inzwischen gibt es konkrete Planungen zum weiteren Vorgehen. Fest steht jedoch: das Tempolimit für diesen Straßenbahntyp wird weiterhin Bestand haben und die Reparaturen bzw. der Austausch der Fahrwerke wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Neukauf von 42 Straßenbahnen

Insgesamt haben die NF6D-Fahrzeuge des Herstellers Siemens/Düwag in der Vergangenheit die Fachleute des Unternehmens immer wieder vor große Herausforderungen gestellt. 2006 wurden Risse in der Rohbaukonstruktion an Fenster- und Türecken festgestellt, die immer wieder auftreten und nur mit einem immensen Aufwand repariert werden können. Dazu kommt das inzwischen hohe Alter der Bahnen, die in zwei Chargen 1992 und 1994 beschafft wurden.

Aus diesem Grund hat der Aufsichtsrat der BOGESTRA in einer Sondersitzung am 6. März 2015 unter dem Vorsitz der Bochumer Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz einstimmig beschlossen, dass die BOGESTRA im Rahmen einer Ersatzbeschaffung vorzeitig 42 neue Straßenbahnen in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren zeitnah einkaufen wird, dazu kommen 8 Optionsfahrzeuge. Das Ausschreibungsverfahren beginnt noch im März. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge ist für 2016, die Auslieferung der letzten Fahrzeuge für 2020 geplant. Die Optionsfahrzeuge könnten 2023 bis 2024 geliefert werden. Dieser sehr anspruchsvolle Zeitplan zeigt die dringende Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung.

Auch Investitionen für U35-Fahrzeuge beschlossen

In der Aufsichtsratssitzung am 6. März 2015 wurden auch Investitionen beschlossen, um die rund 25 Jahre alten Fahrzeuge der U35 (Typ B-Wagen) in den kommenden Jahren zu modernisieren. Der Weg den Fahrzeugbestand von 25 B-Wagen in modernisierter Form weiter zu nutzen, ist möglich, weil die Fahrzeuge voraussichtlich noch über die dafür notwendige Substanz verfügen. Der Aufsichtsrat beschloss daher die Beschaffung von E-Technik-Ausrüstung für 25 Fahrzeuge für die Jahre 2023 bis 2027. Um die Modernisierung in dieser Zeit zu realisieren und keine Qualitätseinbußen beim Verkehr der U35 CampusLinie zu erleiden, ist es erforderlich den Fahrzeugbestand der U35 zu erweitern. So wurde außerdem die Beschaffung von sechs Regelspur-Schienenfahrzeugen beschlossen. Sie sollen in den Jahren 2021 und 2022 ausgeliefert werden.

Insgesamt werden in die Ersatzbeschaffung für NF6D und die Modernisierung der U35-Fahrzeuge/Beschaffung Regelspurbahnen ca. 200 Millionen Euro investiert.

NF6D: Fahrplanänderungen infolge Fahrzeugsituation

Infolge der momentanen Fahrzeugsituation waren bislang zwei Fahrplananpassungen notwendig (5./22. Februar 2015): Am 5. Februar 2015 wurden die Fahrpläne der Linien 301 und 302 (Trennung der Linie 302 in Wattenscheid) sowie Linien 308/318 (Trennung der Linie 308 in Bochum-Linden/Ersatzbus zwischen Linden und Hattingen) geändert. Es kommt seit diesem Zeitpunkt zu einem veränderten Fahrzeugeinsatz auf den Linien 302, 306 und 308/318. Eine weitere große Herausforderung ergibt sich für die Mitarbeiter der BOGESTRA, da zurzeit beim An- und Abreiseverkehr zu Großveranstaltungen (VELTINS-Arena Gelsenkirchen/rewirpowerSTADION Bochum) keine NF6D-Fahrzeuge eingesetzt werden. Auf den Linien 308/318 wurde der Fahrplan nochmals im Sinne der Kunden am 22. Februar 2015 geändert. Nach Einrichtung des Abschnitts Linden - Hattingen für den Linienverkehr mit Variobahnen konnte nämlich zu diesem Zeitpunkt der Straßenbahnverkehr nach Hattingen wieder aufgenommen werden.

Weiteres Vorgehen Einzelradfahrwerke / Betriebliche Perspektive

Inzwischen wurde mit einer Spezialfirma vereinbart, dass alle bis zum 28. Januar 2015 in Einzelradfahrwerken im Einsatz befindlichen Achsen nach und nach durch neue Achsen ersetzt werden. Für die damit verbundenen Arbeiten werden pro Fahrwerk 2 bis 3 Monate benötigt. Auch wenn die Spezialfirma - wie mit der BOGESTRA vereinbart - die Achsen mehrerer Fahrwerke gleichzeitig durch neue Achsen ersetzt, ist bei diesem Programm insgesamt mit einer Dauer von mehreren Jahren zu rechnen. Alleine die Kosten für die externe Bearbeitung eines Fahrwerks belaufen sich auf rd. 17.000 Euro, dazu kommen noch Personalkosten und Standzeiten. Jedes NF6D-Fahrzeug besitzt zwei Einzelradfahrwerke.

Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die Spezialfirma parallel zum Austauschprogramm ein Überprüfungsprogramm durchführt. Dabei wird mittels eines mit der Technischen Aufsichtsbehörde abgesprochenen Verfahrens die Schadensfreiheit der untersuchten Achsen festgestellt. Die Fahrwerke, die das Überprüfungsprogramm durchlaufen haben, wären danach wieder für Fahrten mit Geschwindigkeiten bis 50 km/h freigegeben.

Erste Fahrwerke wurden von der BOGESTRA inzwischen zur Spezialfirma mit Sitz in Oberhausen geschickt, so dass nach Ostern die Rückkehr des ersten Fahrwerks mit neuen Achsen erwartet wird. Bereits in diesen Tagen wird mit der Rückkehr des ersten überprüften Fahrwerks gerechnet.

Die BOGESTRA geht davon aus, dass durch die Rückkehr weiterer Fahrwerke aus dem Austausch- und Überprüfungsprogramm nach und nach eine steigende Anzahl von NF6D-Fahrzeugen zur Verfügung steht, die wieder mit Geschwindigkeiten jenseits der 30 km/h unterwegs sein können. Das würde die Möglichkeit eröffnen, NF6D-Fahrzeuge wieder auf den Linien 308/318 einzusetzen und so Variobahnen für den Einsatz auf anderen Linien verfügbar zu machen bzw. mehr Spielraum für die Sonderverkehre bei Großveranstaltungen zu bekommen.


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