Hauptversammlung: BOGESTRA wieder mit Rekordergebnissen
Kategorie: Aktuelles, Top-News(25.08.2012)
Immer mehr Menschen sind im mittleren Ruhrgebiet mit Bussen und Bahnen der BOGESTRA AG unterwegs. Im vergangenen Jahr waren es 144,6 Millionen Fahrgäste. Das sind 1,2 Millionen oder 0,8 Prozent mehr als im Jahr 2010. Damit - so Vorstandsmitglied Dr. Burkhard Rüberg bei der Hauptversammlung am 24. August 2012 zeige die sinkende Einwohnerzahl des Betriebsgebietes noch keine Auswirkung auf die Mobilitätsnachfrage.
Insgesamt kann das Unternehmen auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurückschauen. Mit der Fahrgastzahl von 144,6 Millionen Personen wurde schon im vierten Jahr nacheinander eine Rekordzahl erreicht. Bei einem Blick auf die Erlösstrukturen sind aber bereits erste Folgen der demographischen Entwicklung festzustellen. Zwar konnten auch für das Jahr 2011 steigende Umsatzerlöse verbucht werden. Dafür mussten aber veränderte Erlösstrukturen konstatiert werden. Die Erlöse liegen erstmalig bei mehr als 100 Millionen Euro (exakt 100,36 Mio. Euro, das sind 1,68 Mio. Euro oder 1,7 Prozent mehr als 2010). Das Unternehmen hält fest, dass der Bevölkerungsrückgang nun auch bei der Nutzung von Bus und Bahn zu Auswirkungen führt. Wesentliche Steigerungen der Fahrgastzahlen sind nicht mehr zu erwarten. Bereits das Halten des jetzigen Niveaus bedeutet eine enorme Herausforderung.
Dr. Burkhard Rüberg führt dazu in seiner Rede aus: "Keine Auswirkungen auf die Umsatzerlöse hatte das im November 2011 eingeführte SozialTicket. Dieses Ticket, das zurzeit ca. 50 % weniger als ein vergleichbares "normales" Ticket der Preisstufe A kostet, hat im Wesentlichen nicht zu mehr Kunden, sondern nur zu Abwanderungen aus anderen, erheblich teureren Ticketsegmenten, also insbesondere dem Ticket 1000 und dem Ticket 2000, geführt. Die dadurch verursachten Ertragsausfälle wurden und werden allerdings auch in diesem Jahr durch das Land NRW ausgeglichen, so dass eine Ergebnisverschlechterung mit der Einführung des Tickets nicht verbunden ist. Es ist vorgesehen, im Herbst dieses Jahres über eine Fortsetzung des Angebots in den entsprechenden Gremien des Verkehrsverbundes zu entscheiden. Wir werden weiterhin darauf achten, dass die mit diesem Angebot verbundenen Ertragsausfälle erstattet werden."
Die vom Verkehrsunternehmen zu verkraftende Zunahme der Energiekosten konnte moderat gehalten werden. Die Energiekosten beliefen sich 2011 auf 13,52 Mio. Euro, das sind 0,21 Mio. Euro oder 1,58 Prozent mehr als 2010. Die verhältnismäßig geringe Steigerung der Ausgaben ergab sich u.a. durch eine Mengenreduzierung beim Fahrstrom sowie einem Dieselpreissicherungsgeschäft.
Auch in der langfristigen Perspektive (1995-2011) ergeben sich überzeugende Zahlen für den von Unternehmensleitung und Mitarbeitern verfolgten (BOGESTRA-) Weg. Bei vergleichbarer Leistung stiegen die Fahrgastzahlen von 105,9 auf 144,6 Mio. Fahrgäste (+ ca. 36 Prozent). Die kommunalen Zahlungen sanken im gleichen Zeitraum von 74,8 Mio. auf 59,1 Mio. Euro (- ca. 21 Prozent). Vorstellbar sind all diese Ergebnisse nicht ohne den Restrukturierungsbeitrag der BOGESTRANER. Hier haben die Mitarbeiter allein durch Lohnverzicht (Tarifvertrag Nahverkehr Nordrhein-Westfalen) und durch weitere Einsparungen seit 2002 die kommunalen Kassen um mehr als 61 Mio. Euro entlastet.BOGESTRA-Aufsichtsvorsitzende und Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz erklärt dazu in ihrer Rede: "Auch die in diesem Jahr vereinbarte Tariferhöhung von 6,3% in drei Schritten bedeutet keine Abkehr von dem eingeschlagenen Weg. Sie führt nur dazu, dass der Grundlohn eines Fahrers im ersten Beschäftigungsjahr nun 2000 Euro brutto überschreitet. Also wahrlich keine üppige Entlohnung. An diesem Betrag wird vielmehr deutlich, dass eine Untergrenze erreicht ist. Andererseits wissen wir natürlich, dass die vorangegangenen Kosten senkenden Maßnahmen aufgrund der Wettbewerbssituation, der defizitären kommunalen Haushalte und zur Sicherung der Arbeitsplätze unausweichlich waren."
Bei der BOGESTRA AG als Dienstleistungsunternehmen ist der Personalaufwand die wesentliche Aufwandsposition. Mit knapp 102 Mio. Euro machen diese Kosten 59,3 % des Gesamtaufwandes des vergangenen Jahres aus. Mit einer Steigerung von weniger als einem Prozent, exakt 0,93 %, blieb das Unternehmen trotz Lohnsteigerungen jedoch auf striktem Restrukturierungskurs. Dieser zeigt sich in sinkenden Personalzahlen aufgrund der Produktivitätssteigerungen. Stichtagsbezogen sank die Zahl der Mitarbeiter um 18 Personen von 2262 auf 2244 bei gleichzeitiger weiterer Steigerung der Anzahl der Auszubildenden von 98 auf 105.
Im laufenden Jahr setzt die BOGESTRA AG als der Systemdienstleiter im mittleren Ruhrgebeit die Weiterentwicklung des Nahverkehrs im mittleren Ruhrgebiet fort. Zu nennen sind hier die Baumaßnahmen an der Linie 301 in Gelsenkirchen und die Ende September startenden Arbeiten zur "neuen" Linie 310 in Bochum-Langendreer und Witten.