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Leichtbaubus-Praxistest abgeschlossen

Kategorie: Aktuelles
(16.11.2015)

Aufgrund ihrer leichten Bauweise sollen sie deutlich weniger Sprit verbrauchen als herkömmliche Linienbusse: die Leichtbaubusse. Aber sind sie wirklich eine wirtschaftliche Alternative? Das wollten DSW21, BOGESTRA, HCR und Vestische herausfinden. Je ein Exemplar des Typ Citea LLE 120 des Busherstellers VDL war dafür zeitgleich bei den Partnern der Kooperation östliches Ruhrgebiet (KöR) im Praxistest. Nach Beendigung der Testphase haben sich die Verkehrsunternehmen nun gegen die Anschaffung von Leichtbaubussen entschieden.

Die vier Fahrzeuge wurden ab Anfang 2015 sechs Monate lang im Praxisbetrieb in Bochum, Gelsenkirchen, Herne, Dortmund, Witten, Hattingen und dem Kreis Recklinghausen getestet und dabei mit einem Standard-Linienbus verglichen. Um eine möglichst umfassende Bewertung vornehmen zu können, wurde jedoch nicht nur der Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge ermittelt, sondern es wurden auch Befragungen der Fahrgäste, Fahrdienstmitarbeiter und Werkstattmitarbeiter durchgeführt. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen und der gewonnenen Ergebnisse entschieden die KöR-Unternehmen, die seit 16 Jahren gemeinsam Busse einkaufen, über eine Anschaffung von Leichtbaubussen.

Entscheidung: Keine wirtschaftlichen Vorteile

Wichtigstes Kriterium für die Entscheidung war natürlich die Kraftstoffersparnis. Der Verbrauch lag - auch nach einigen Nachjustierungen - letztendlich um 6,6 % unter dem eines Standard-Busses. Da die Fahrgastkapazität aufgrund der besonderen Bauweise jedoch um 15 % geringer als beim Vergleichsmodell ausfällt, ergeben sich durch die Anschaffung für die Verkehrsunternehmen jedoch keine wirtschaftlichen Vorteile. Hinzu kommt noch, dass die Fahrgastbefragung in den Testbussen zwar insgesamt weitgehend positiv ausfiel, jedoch rund 2/3 der Fahrgäste den nur über zwei Stufen zu erreichenden hinteren Teil deutlich schlechter beurteilten.

Jürgen Böttcher, Fachbereichsleiter Kraftfahrzeuge bei der BOGESTRA, erläutert die Entscheidung: "Obwohl uns das Thema wirtschaftlich wie ökologisch wichtig ist, haben wir haben den Test von Anfang an ergebnisoffen durchgeführt. Doch unsere Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Aufgrund der Test- und Befragungsergebnisse haben wir uns in der KöR nun gegen das Leichtbaubus-Konzept, zu dem auch der VDL-Bus gehört, entschieden." Die Entwicklung auf dem Markt werden die KöR-Unternehmen natürlich weiterhin aufmerksam verfolgen.

Hintergrund: Sparen durch geringeres Gewicht

Durch seine Leichtbauweise hat der 12-Meter-Bus von VDL ein Eigengewicht von rund neun Tonnen, das sind zwei Tonnen weniger als ein Standardbus der KöR. Diese Gewichtsersparnis soll eine deutliche Verringerung des Kraftstoffverbrauches möglich machen. Das geringere Gewicht wird u.a. durch ein Edelstahlgerippe mit Seitenbeplankungen aus Fiberglas, einer Bodenplatte und einem "Sandwichdach" aus ausgeschäumten Kunststoffplatten sowie dem Einsatz von Kunststoffbauteilen im Front- und Heckbereich erreicht. Dazu kommen kleinere Räder mit einem Durchmesser von 19,5 statt 22,5 Zoll. In den Leichtbaubussen (auch Low-Entry-Busse genannt) ist der vordere Bereich des Innenraums niederflurig. Aufgrund der besonderen Bauweise liegt der Bereich jenseits der hinteren Tür jedoch höher und ist nur über Stufen zu erreichen.

Kooperation östliches Ruhrgebiet (KöR) - Seit mehr als 15 Jahren Gemeinschaft starker Partner

DSW21, BOGESTRA, HCR und Vestische haben sich im April 1999 zur "Kooperation östliches Ruhrgebiet" zusammengeschlossen. Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, eine höhere wirtschaftliche Effizienz zu erlangen, den Kundinnen und Kunden qualitativ bessere Leistungen anzubieten und die kommunalen Haushalte weiter zu entlasten. Seit der Gründung der Kooperation haben die Partner viele gemeinsame Projekte erfolgreich angestoßen, wie beispielsweise den gemeinsamen Buseinkauf (inzwischen mehr als 900 gemeinsam beschaffte Busse), gemeinsame Werkstattleistungen oder gemeinsame Projekte im Kundenservice und bei Sicherheitssystemen. Die Kooperation der Nahverkehrsunternehmen bietet den Kundinnen und Kunden eine Qualitätsverbesserung in vielfacher Hinsicht und den Unternehmen einen breitgefächerten Nutzen - von der Kostenersparnis bis zur gemeinsamen Problemlösung.


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