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U35: Bahnhof „Gesundheitscampus“ eröffnet

Kategorie: Aktuelles
(20.11.2017)

Die Pressemitteilung der Stadt Bochum zur Eröffnung des Gesundheitscampus:

Wege werden kürzer – Dachgestaltung erinnert an DNA-Codes

Um einen Bahnhof reicher ist die erfolgreiche CampusLinie U35: Seit Samstag (18. November) fährt die Bogestra erstmals den neuen Ein- und Ausstieg zwischen Markstraße und Ruhr-Universität an. Damit sind die Wege zum Gesundheitscampus (GHC) NRW mobilitäts-, das heißt bedarfsgerecht künftig kürzer und serviceorientierter: ein großer Fortschritt gerade für Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.

Von dem neuen U35-Halt profitieren Studierende vor allem der Hochschule für Gesundheit, Beschäftigte, die in den Unternehmen und Instituten der Gesundheitswirtschaft auf dem über 100.000 Quadratmeter großen Entwicklungsareal arbeiten, Besucherinnen und Besucher der GHC-Einrichtungen und natürlich die Bochumer Bürgerinnen und Bürger, die diesen Teil der Hustadt mit dem ÖPNV erreichen möchten. „Zu einer lebenswerten Großstadt gehört eine ebensolche Infrastruktur - auch gerade in Sachen Mobilität -, die zeitgemäß und möglichst passgenau ist", unterstreicht Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke. „Der Halt ,Gesundheitscampus' ist hier ein gutes Beispiel. Mit ihm schließen wir für seine unterschiedlichen Nutznießerinnen und Nutznießer eine entscheidende Lücke in der Anbindung. Der Bahnhof ist emotional so etwas wie die Adresse oder Visitenkarte des Gesundheitscampus - hier muss ich aussteigen, wenn ich zum Gesundheitscampus will und kann es optisch schon erkennen.“

Um dem neuen Bahnhof ein identitätsstiftendes Aussehen zu geben, griffen die Gestalter Dietmar Riecks vom Büro Banz + Riecks und Christine Wolf von wbp Landschaftsarchitekten optisch das Thema „Gesundheit“ auf. So soll das weiße, „schwebende“ Dach, das sich für direktes Tages- wie gestreutes Kunstlicht öffnet, mit seiner sich so verdichtenden beziehungsweise auflockernden Struktur an DNA-Codes erinnern. Die Konstruktion ist ein Stahl-Holz-Hybrid-Dach; es überspannt den gesamten Bahnsteig und schützt so Fahrgäste sowie Rolltreppen und Aufzüge vor Wind und Wetter. Abends und nachts wird es beleuchtet.

Zu den Hauptnutzerinnen und -nutzern des neuen Bahnhofs zählen vor allem die Hochschule für Gesundheit (hsg) mit ihren 1.300 Studierenden und 200 Beschäftigten. „Natürlich ist die Haltestelle für unsere Studierenden, Beschäftigten und Kooperationspartner ein Gewinn“, betonte Werner Brüning, Kanzler der Hochschule für Gesundheit (hsg). „Besonders werden Menschen mit Einschränkungen, Patientinnen und Patienten, schwangere Frauen und Kinder davon profitieren, die regelmäßig bei uns ein- und ausgehen.“

Auch die Beschäftigten sowie Besucherinnen und Besucher der Einrichtungen und Firmenansiedlungen des Gesundheitscampus profitieren von dem neuen U35-Halt. Nutzen können werden ihn zum Beispiel die voraussichtlich rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums für molekulare Proteindiagnostik (ProDi), das am Freitag (17. November) Richtfest feierte. Zu den sechs Instituten auf dem südlichen Areal gehören zudem das Kompetenzzentrum für Gesundheitsfachberufe, Zentrum für Naturmedizin in Forschung und Praxis, VISUS Health IT und das Innovationszentrum Gesundheitswirtschaft (IZG). „Eine sehr gute ÖPNV-Anbindung ist für ein Unternehmen wie Visus sehr wichtig“, begrüßt Jörg Holstein, Geschäftsführer VISUS Health IT GmbH, Bau und Inbetriebnahme des Bahnhofs. „Zum einen weil unsere Mitarbeiter hiervon ungemein profitieren, zum anderen, weil ein Ort wie der Gesundheitscampus erst durch die Anbindung an die U35 sein volles Potential entwickelt.“ So kommen zu den Beschäftigten auf der Ansiedlungsfläche unter anderem auch die rund 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aesculap Akademie, die auf dem Gesundheitscampus-Süd medizinische Trainings für Ärzte und OP-Personal aus ganz Deutschland anbietet. „Wir freuen uns sehr über die Haltestelle ,Gesundheitscampus‘", sagt Kerstin Mönnighoff-Veit von der Aesculap Akademie „Von der minutenschnellen Anreise vom Hauptbahnhof werden besonders unsere Veranstaltungsteilnehmer und Referenten profitieren, die zu unseren Seminaren per Bahn anreisen oder in der City übernachten. Highlight ist die architektonische Gestaltung des Dachs als besondere Begrüßung unserer Gäste aus dem medizinischen Bereich.“

Der neue Bahnhof „Gesundheitscampus“ ist auch gedacht, geplant und gebaut für die Studentinnen und Studenten der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität und die Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästner-Gesamtschule, so dass die Bogestra mit bis zu 5.000 zusätzlichen Fahrgästen auf der Campuslinie rechnet. „Die neue Haltestelle ist ein wichtiger Baustein des Gesundheitscampus“, verdeutlicht Prof. Dr. Rolf Heyer, Geschäftsführer Bochum Wirtschaftsentwicklung. „Sie ist nicht nur für die Anbindung des Geländes wichtig, sondern fördert auch die Vernetzung zur Universität, zur Stadt und zu den Unternehmen an der Universitätsstraße."

Hintergrund:

Die Landesregierung NRW hatte 2009 beschlossen, den Gesundheitscampus NRW auf dem Bochumer Areal „Campus West“ zu errichten. Grundlage für die Standortentscheidung war das Angebot der Stadt Bochum, ortsnah eine zusätzliche Haltestelle auf der Campuslinie U 35 zu schaffen. Dieser Ausbau fand statt unter laufendem Betrieb der Linie, die im 3- bis 6-Minuten-Takt auf der Strecke verkehrt, und bei weiterer Nutzung der Universitätsstraße, die die wichtigste Verbindungsachse zwischen Innenstadt und Ruhr-Universität sowie Hochschule Bochum ist. Die Insellage der Baustelle in der Mitte der vierspurigen Universitätsstraße und der U35 erschwerte die Logistik. So mussten die Firmen bei den Bauarbeiten sowohl die vielbefahrene Straße als auch die U-Bahn-Gleise queren; letztere hatte das Tiefbauamt für die Bauzeit aus Platzgründen auf die Universitätsstraße verlegen müssen, die dadurch in jede Richtung nur einspurig passierbar war. Baubeginn war im Februar 2013. Die Eröffnung war für Sommer 2015 geplant. Für die verlängerte Bauzeit gibt es mehrere Gründe: Bei den Gleis- und Rohbauarbeiten gab es während der Ausführung mit der beauftragten Firma vertragliche Meinungsverschiedenheiten bezüglich der von ihr eingereichten Ausführungsplanung, insbesondere für die erforderliche, neue Stadtbahnbrücke. Die Ausführungspläne hatten im großen Umfang Mängel; durch die erforderlichen Korrekturen ergaben sich immer wieder Verzögerungen. Zudem wiesen die beiden vorhandenen Brückenwiderlager Abweichungen von den Bestandsplänen und Defizite in der Standsicherheit auf; diese waren erst nach dem Abbruch der alten Brücke erkennbar. Die Widerlager mussten unerwartet ertüchtigt werden. Das ausgeschriebene Leistungsverzeichnis hatte teilweise zu geringe Massen, so dass die Ausführung länger dauerte als vorgesehen. Bei dem Spezialglas für die Wandverkleidungen hatte die zuständige Firma Lieferprobleme.

Daten, Zahlen, Fakten:

Der Bahnhof „Gesundheitscampus“ liegt an der Universitätsstraße zwischen den Bahnhöfen „Markstraße“ und „Ruhr-Universität“. Für den Bahnsteig wurde die Stadtbahnbrücke über die Max-Imdahl-Straße abgebrochen. Der Bahnsteig ist 75 Meter lang, das Dach, das Bahnsteig und Treppenhaus West überspannt, misst 90 Meter. Der Bahnhof hat zwei Zugänge: Der Zugang „West“ ist von der Max-Imdahl-Straße zum Gesundheitscampus hin über einen 130 Meter langen, behindertengerechten Weg erreichbar; dieser sechs Meter lange und drei Meter hohe Personentunnel verläuft unter der Universitätsstraße. Der Zugang „Ost“ befindet sich unter der neuen Brücke an der Max-Imdahl-Straße und führt Richtung Uni-Center. Der Bahnhof verfügt über zwei Rolltreppen und über zwei barrierefreie Aufzüge. 15 Fachplaner, Gutachter und Prüf-Büros mit über 40 beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie acht Beschäftigte aus der Abteilung für Stadtbahn und konstruktiven Ingenieurbau im Tiefbauamt Bochum waren an dem Großprojekt beteiligt. Insgesamt waren 45 Gewerke auf der Baustelle tätig; dementsprechend gab es 45 Ausschreibungen – zumeist europaweit. Die Arbeiten hat die Stadt in 45 Verfahren an 44 verschiedene Firmen im Rohbau, Gleisbau, Innenausbau, technische Anlagen und Betriebstechnik (Bahntechnik) vergeben. Für die Planungen des Bahnhofs waren circa 350 Pläne nötig.

Kosten:

Die Gesamtkosten für Planung und Bau liegen zurzeit bei circa 16,9 Millionen Euro; veranschlagt waren ursprünglich 16,1 Millionen Euro. 85 Prozent der Baukosten stammen aus Zuwendungen vom VRR (nach § 12 ÖPNVG NRW); der Eigenanteil der Stadt Bochum liegt somit bei 15 Prozent.

Erfolgsgeschichte U35 – die Campuslinie:

Aktuell (2017) nutzen bis zu 94.000 Fahrgäste werktags die knapp 15 Kilometer lange Verbindung. 2016 waren es auf das Jahr gerechnet, inklusive Ferien und vorlesungsfreier Zeiten, 20.741.000 Fahrgäste. Inbetriebnahme der U35 für den Nord-Abschnitt zwischen „Bochum Hauptbahnhof“ und dem Bahnhof „Schloss Strünkede“ war 1989; 1993 kam der Süd-Abschnitt zwischen „Bochum Hauptbahnhof“ und Bahnhof „Hustadt“ hinzu.


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